Turtle Time

„The Big Island“; die jüngste und grösste der hawaiianischen Inseln, der höchste Berg der Welt (vom Meeresgrund aus gerechnet), der aktivste Vulkan auf Erden, und vielleicht einer der schönsten Orte, die ich je gesehen habe. Diesen Eindruck habe ich nach meinem ersten Tag an diesem Ort. Meine Reisepläne für die kommenden Tage (und Nächte; es wartet ein weiterer Abenteuertripp…) stehen fest, und ich kann es kaum erwarten, mehr von dieser Insel zu sehen und sie, wie einst Captain Cook, auf abenteuerlichen Pfaden zu erkunden.

Doch, beginnen möchte ich mit einem Rückblick auf meinen letzten Tag in Maui. Die Insel ist zwar schon „summed-up“, doch eines der mauischen Highlights erlebte ich erst am Donnerstagmorgen. Ich habe mir einen geführten Ausflug zum Molokini Atoll gegönnt, das eine der schönsten Schnorchel-Buchten der Welt bietet (so stehts im Katalog!). Mit einem luxuriösen Riesenboot wurden wir (ich und etwa 140 andere Touristen) morgens um 6 Uhr zum Atoll gefahren, Sonnenaufgang und tropisches Frühstück inklusive. Molokini war traumhaft. Kristallklares Wasser, tropische Fische überall und Walgesang, den man „von blossem Ohr“ hören konnte. Nach Molokini fuhren wir entlang der Südküste Mauis nach „Turtle Town“, einer von dutzenden von Schildkröten bewohnten Bucht. Ich schnorchelte mit 5 der anmutigen Tiere, und „putschte“ sogar mit einer der Schildkröten zusammen. Sie trug es mit Fassung, schaute mich stoisch an und machte dann langsam rechts um kehrt. Natürlich habe ich das alles fotografiert, mit einer Einweg-Unterwasser-Kamera. Die Fotos folgen bald…

Und, wenn man von Maui aus in See sticht – so scheint es -, dann kommt man nicht weit, ohne einen Wal zu sehen. Auf dem Rückweg in den Hafen von Maalaea (dem inoffiziell windigsten Ort der Welt) sahen wir Schulen von Spinner-Dolphins, Fleckendelfine, einen grossen Tümmler, und etwa sechs oder sieben springende Buckelwale. Der Wahnsinn…



Doch Maui liegt hinter mir. Vor mir liegen sieben Big Island Tage. Begonnen haben diese mit einem Mietwagen-Tausch. Mein erstes Mietauto teilte ich mit etwa 20 Kakerlaken, die sich im Dunkel der Nacht plötzlich aus ihren Ritzen wagten und mich rumspringend begrüssten. Ich fuhr zurück zum Flughafen, beschwerte mich freundlich und erhielt ein Upgrade: ich fahre nun mit einem brandneuen Ford Focus Sport umher. Auch den teile ich mir mit zwei (inzwischen toten) Kakerlaken. Doch das, so sagte man mir, ist hier auf der Insel fast Standard.

Seis drum… Die grosse Insel ist Heimat des Kona Kaffees, und der gesamten Westküste entlang findet man Kaffeeplantagen und Export-Stationen. Ich habe mir heute die Greenwell Plantage, die älteste der Insel, angeschaut. Neben tausenden Kaffeesträuchern gibt es dort auch Avocadobäume, Bananenstauden, Papaya-Palmen und Blumengärten. Man beachte das Detail auf der Verpackung des Kona Coffees: gewaschen werden die Kaffeebohnen mit „Swiss Water“; ein Qualitätsmerkmal…


Nach all dem Kaffee, fand ich, war es Zeit für ein wenig Kultur. Ich kam bei der St. Benedict’s Painted Church vorbei, in deren Parkanlage eine Statue steht, welcher der hawaiianische Aberglaube (Muschelketten um den Hals von Heiligenfiguren hängen bringt Glück) sprichwörtlich bis zum Hals steht, oder bereits über die Ohren gewachsen ist. Die Kirche selbst ist in den hinteren Bankreihen, die unter offenem Himmel stehen, luftig und heiter. Je weiter nach vorne man sich wagt, umso unheimlicher wird einem der Bau…


Der Puuhonua O Honaunau National Historic Park ist eine Art Ballenberg alter hawaiianischer Bauten und Kulturstätten. An einem wunderschönen Lava-Strand gelegen bietet das Freilichtmuseum Einblick in das hawaiianische Leben vor der Ankunft englischer Seefahrer und amerikanischer Unterwerfer. Nachgebaute Holz-Tempel, äusserst potent wirkende Totempfähle und Ti-Leaf Blätter, die in schönen Sepiatönen von den Tempeldecken baumeln: sie alle tragen zur Magie dieses Ortes bei…


Und die Palmen, die Palmen, die sich hier im Abendlicht so grün vom düsteren Vulkanhimmel abheben…

Bloss eine kleine Steinmauer trennt das Areal des Freilichtmuseums vom offenen Meer. Und als ich so dastand, und auf den Pazifik hinausschaute, tauchten zwei Wasserschildkröten (Green Sea Turtles) aus dem Lava-Riff auf und grasten vor der langsam untergehenden Sonne friedlich vor sich hin. Ein weiteres Wildlife-Erlebnis, das mich sehr berührt hat. Ich habe mich auf dieses Mäuerchen gesetzt, und den Tieren beim grasen zugeschaut. Nach etwa einer halben Stunde haben sie sich zeitgleich schlafen gelegt, und sind noch vor dem Sonnenuntergang eingedöst…



Hier ein weiteres Wildlife-Video. Featuring Green Sea Turtle I & II…

Die Schildkröten waren nicht die einzigen Tiere, die sich im Abendlicht auf den Lava-Formationen einfanden. Stelzenvögel, grosse, schwarze Krabben und ein Reiher, der mit ausgebreiteten Flügeln und eingezogenem Hals auf seinen Abendfisch wartete, waren ebenfalls mit von Partie…

Und dann erlebte ich einen weiteren dieser unbeschreiblichen Sunsets…

Die Sonne glüht weiss-gelb-rot, das Meer tost wild vor sich hin…

Speziell bei diesem Sunset war, dass die Sonne zweimal unterging. Zuerst hinter einer dicken Wolkenschicht, und dann hinter einer der anderen hawaiianischen Inseln. Das führte zu diesen „Sonnenscheiben“-Aufnahmen. Faszinierend, irgendwie…

Ich freue mich, hier sein zu dürfen, und grüsse herzlich aus der Hängematte der Pineapple Park Jugendherberge,

Aloha!

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3 Antworten zu Turtle Time

  1. BARBI schreibt:

    Hy Samuel, endlich bin ich auch wieder einmal mit meinen Gedanken auf deiner Reise mit dabei. Es ist sooooo wunderschön, Deine Bilder zu geniessen, mit Deinem Text sich in dieses Paradies verzaubern zu lassen.
    Bleib noch ein bisschen auf Hawaii und warte bis der grosse Schnee in den Staaten weitergezogen ist.
    Ich wünsche Dir weiterhin viele spannende Erlebnisse und Begegnungen.
    Gruss aus dem nebligen Luzern

  2. annelies kost büttikon schreibt:

    lieber samuel

    ich kenne dich nicht persönlich.habe einen sohn in deinem alter.aber!
    ich muss dir nun einfach schreiben.ich warte jeweils auf deine einsendung in der zeitung.deine berichte nehmen mich mit auf deine schöne reise.
    war vor 30 jahren mal in arizona.so schön!
    hatte vor 3 jahren einen schweren verkehrsunfall.
    bin mehrheitlich zu hause.habe immer starke kopfschmerzen und daher ist es in liegen am wohlsten.nur kurz zur verständigung.
    mein moto war immer:lebe deinen traum.
    somit freue ich mich an deinen berichten und versuche auch die jetztige situation
    positiv zu sehen.ich hab nämlich zeit,an deiner reise teilzunehmen.
    zeit ruhe zu geniessen.
    zeit zu lesen
    zeit zu träume!
    dir eine ganz gute reise
    bis zum nächsten bericht
    lieben gruss
    a.kost

  3. Ursula schreibt:

    Hoi Samuel
    Hängematte Pineapple Park Jugendherberge, auch das muss sein! Ein weiteres Kompliment zum Turtle Film, total süss die Turtles. Wie gross muss man sich diese vorstellen? Dass Hawaii so vielfältig ist, weiss ich erst jetzt.
    Freue mich, wieder von dir zu lesen
    Liebe Grüsse, nicht aus der Hängematte
    Ursula

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