Home Is Where The Heart Is

Vergangenen Mittwoch bin ich nach Hause zurückgekehrt, sozusagen. Ich habe mich in Flagstaff frühmorgens und schwer bepackt in den Shuttle-Bus nach Phoenix gesetzt und bin ins Flugzeug Richtung Houston, Texas gestiegen. Singende Flight Attendants und Sicherheits-Instruktionen in Reim-Form machten den Flug (mit Zwischenhalt in Denver, das eigentlich nicht am Weg liegt) kurzweilig und unterhaltsam. Ich habe mich über den schönen Sonnenuntergang über den Wolken gefreut und mir die Zeit ansonsten mit dem Economist (den ich mir asap abonnieren werde) und meinem neuen australischen I-Pod vertrieben.

Grund für meine Reise war die Einladung zu Thanksgiving bei den Gold-Singletons. Sandy, Don, Danielle und George hatten mich schon vor gut vier Jahren gehostet, als ich gemeinsam mit Lorenz Honegger zum ersten Mal US-Luft schnupperte. Thanksgiving in traditioneller Art und Weise und mit echten Amerikanern zu feiern, diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen.

Als ich nach gut 12-stündiger Reise wieder vor dem altbekannten Haus am Cedarbrake in einem Aussenquartier der 5-Millionen Stadt Houston stand, wurde ich fast ein bisschen emotional. Hier hat mein Amerika-Traum 2006 in gewissem Sinne begonnen. An diesem auch im Spät-November so unausstehlich heissen Ort, in diesem Haus, in dem es kühles Dr Pepper, gute Gespräche bis tief in die Nacht und viel Herzlichkeit und Wärme gibt. „s’esch gsi wie wenni grad erscht geschter do gsi wär“ ist bei den Gold-Singletons nicht nur eine schnell gesagte Redewendung, sondern die zutreffendste Beschreibung jenes Wohlgefühls, das ich vier volle Tage lang genoss, bevor ich am Sonntagabend wieder ins eiskalte Flagstaff (zwischenzeitlich wars hier -14 Grad kalt) zurückflog. Es war toll, nicht nur wegen dem zwei Tage in Wein-Sauce gebadeten Thanksgiving Turkey, dem Pumpkin-Pie und dem Kartoffel-Marshmallow Auflauf, nicht nur wegen den Stadtrundfahrten, Hockeyspielen, Bowling-Nachmittagen und dem Ausflug ins zweitbeste Restaurant, das ich hier in den USA besucht habe („Andalucia“ in Downtown Houston; #1 bleibt aber das „La Rioja“ in Denver), sondern vor allem auch deshalb, weil ich viereinhalb Jahre nach meinem ersten Besuch hier das verwirklichen konnte, was ich mir damals vorgenommen habe: ein Jahr lang auf eigene Faust dieses Land erkunden und dabei mindestens einen Zwischenstopp in Houston machen.

Am Samstagabend lieferten mich die Gold-Singletons im Hilton Hotel ab, wo ich mich mit einem Teil des ICs traf, der über Thanksgiving von New Orleans nach Housten roadtrippte. Baden im geheizten Pool im obersten Stock des Hotels mit fantastischer Aussicht auf Downtown, der Besuch eines Major League Football Games mit Lounge-Plätzen und eine Steppvisite bei der NASA rundeten das Thanksgiving Wochenende würdig ab. Ein Wochenende, das anderswo ja mindestens teilweise weniger würdig begangen wurde.

Ach ja, Lorenz: check doch die untenstehende Galerie. Dann lernst du endlich, wie man die New Yorker Black & White-Cookies korrekt isst!

Houston ist keine besonders schöne Stadt, in vielerlei Hinsicht aber eine Stadt der Superlative: 8-spurige Highways (16 Spuren insgesamt) führen durch die Metropole, Joel Osteen’s Lakewood Church ist mit 47’000 Sitzplätzen die grösste im Land und die Texas Longhorns (die State Animals des Lone Star States) haben die wohl gewaltigsten Hörner im Tierreich…






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