Rocky Mountains National Park

Vor etwa einer halben Stunde habe ich das erste Etappenziel meines Roadtrips nach Flagstaff erreicht. Grand Junction, Colorado. Nichts Nennenswertes an sich. Eine jener Ortschaften mit direktem Highway-Anschluss, einer Handvoll Billig-Hotels und jeder Menge Schnellrestaurants. Ich habe auf gut Glück im „Affordable Inn“ angefragt und das günstigste Zimmer genommen. Da der elektronische Zimmerschlüssel nicht funktionierte, wandte ich mich freundlich reklamierend an die Reception. Ihr wisst, was jetzt kommt… Wenn nicht, dann denkt an Chicago und den ominösen siebten Stock. Anyway, ich erhielt für den selben Preis eine Suite mit Familienbad, zwei Doppelbetten und begehbarer Garderobe. Das hat mich irgendwie inspiriert, trotz später Stunde und rund 300 absolvierten Highway-Meilen einen Rocky Mountains Rückblick online zu schalten.

Um mich im Kurzfassen zu üben, möchte ich den Eintrag für einmal bildlastig gestalten. Einleitend nur ein paar Worte zum Nationalpark: die amerikanischen Rocky Mountains gehören wohl zum Schönsten, was es auf dem Kontinent zu sehen gibt. Die schroffen Felsen, die endlosen Tannenwälder, die Blumenwiesen, Bergbäche und Naturpfade tragen zur einmaligen Szenerie in diesem Teil der USA bei. Auch für Wildlife-Watching ist der Park äusserst geeignet. Die breite Palette an Wildtieren an sich ist den Besuch schon wert. Um es vorweg zu nehmen: der ganz grosse Foto-Coup ist mir diesbezüglich noch nicht gelungen. Ich verspreche aber, dass ich nicht nach Hause zurückkehre, bevor mir nicht mindestens ein aufrechtstehender Bär vor der Linse durchhüpft. Während meinen drei Tagen im Nationalpark habe ich mehrere mittellange Wanderungen (bis auf knapp 4000 Meter) unternommen und bin die rund 80 Highwaykilometer, die durch den Park führen, abgefahren. Ein Highlight war der Ausflug entlang der knapp 20 km langen Old Fall River Road. Die schottrige Strasse (grenzwertig für meinen Mietwagen) führt hinauf bis auf die höchste Bergkette im Park und bietet einen fantastischen Rundblick. Gilt das noch als „Kurzfassen“? Vergleichsweise schon, oder? Aber nun zu den Bildern.

Dass ihr euch den Park etwas besser vorstellen könnt hier ein paar Landschaftsaufnahmen. Die Bilder habe ich auf dem Lake Bierstadt Trail und dem Boulder Brook Wanderweg aufgenommen.

Im ganzen Park wimmelt es von Hörnchen und Hörnern aller Art. Trotz des weit verbreiteten Missbrauchs als Postkartensujets und Allzweckmaskottchen und trotz dem „Kitschtier“-Ruf, der auf ihrem buschigen Buckel lastet, sind das halt doch schöne Tiere.

Als nächstes ein paar Bilder für ornitologisch angehauchte Naturbeobachter (davon gibt es im Leserkreis dieses Blogs ja den einen oder anderen). Ich kenne weder den einen noch den anderen Vogel. Vielleicht kann mir da jemand Abhilfe verschaffen.

Vogel 1:

Vogel 2:

Spannend war die Begegnung mit diesem hirschartigen Tier (eine genauere Einordnung konnte ich auch hier noch nicht vornehmen). Scheinbar furchtlos schauten mir die beiden Exemplare zu, wie ich in ca. 5 Metern Entfernung mein Objektiv wechselte und zu fotografieren begann. Erst nach mehreren Minuten zogen sie von dannen.

Etwas schreckhafter waren die Damhirsche, die ich am späten Abend kurz vor dem Eindunkeln am Ende der Old Fall River Road an einem Bergsee entdeckte. Während einer guten halben Stunde habe ich mich in ihrer Nähe aufgehalten, ihnen beim Kauen zugehört und die friedliche Stimmung mit allen Sinnen genossen. Auf der einen Seite der Strasse grasten die Weibchen…

Auf der anderen Seite die Männchen…


Auf dem Rückweg geriet ich in eine gut 30-köpfige Gruppe Damhirsche, die am Highwayrand grasten. Die Bilder sind aber wegen der Dunkelheit qualitativ gesehen nicht Blog-würdig.

Auch wenn die Elche, Bären und Pumas ausblieben, waren die Rocky Mountains fürs Erste ein tolles Erlebnis. Und, was die doch recht zahlreichen Wildtiersichtungen beweisen; Jim hatte recht, als er mir auf der Knochenveranda sagte: „You’ll have a hard time if you don’t want to see any wildlife in the Rockies.“

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